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NFT Steuer Österreich 2026 — Verkauf, Mint, Royalties

NFT Steuer Österreich 2026 — Verkauf, Mint, Royalties. Alles was du wissen musst über Steuerpflicht, Fristen und Berechnung.

Stand 08. Mai 2026Land ÖsterreichQuellen BMF · FMA · §27b EStG

NFT Steuer Österreich 2026 — Grundlagen und rechtliche Einordnung

NFTs (Non-Fungible Tokens) sind in Österreich seit dem BMF-Erlass 2022 steuerrechtlich klar als Kryptowährungen im Sinne des EStG eingestuft, sofern sie als Kapitalanlage gehalten werden. Das bedeutet: Gewinne aus dem Verkauf von NFTs unterliegen grundsätzlich der Kapitalertragsteuer (KESt) in Höhe von 27,5 Prozent. Die frühere Spekulationsfrist von einem Jahr wurde mit der Ökosozialen Steuerreform 2022 abgeschafft, sodass auch langfristig gehaltene NFTs bei Veräußerung steuerpflichtig sind. Entscheidend für die steuerliche Behandlung ist die Frage, ob ein NFT als Wirtschaftsgut mit Kapitalanlagecharakter gilt oder ob er im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit gehandelt wird. Rein digitale Kunstwerke oder Sammlerstücke, die ausschließlich als Kapitalanlage gehalten werden, fallen unter die KESt-Regelung. Werden NFTs hingegen regelmäßig und mit Gewinnabsicht gehandelt, kann das Finanzamt eine gewerbliche Tätigkeit annehmen, was zur Einkommensteuer mit dem persönlichen Steuersatz führt. Für Privatanleger ist daher wichtig zu dokumentieren, wie viele Transaktionen pro Jahr durchgeführt werden und ob eine planmäßige Handelstätigkeit vorliegt. Alle Anschaffungskosten, Verkaufserlöse und Transaktionsgebühren sollten lückenlos in einer Tabelle oder einem Krypto-Steuer-Tool festgehalten werden. Hinweis: Dieser Text stellt keine Steuerberatung dar. Für individuelle Fragen wende dich bitte an einen österreichischen Steuerberater.

§02NFT Verkauf und Mint — So wird besteuert

Beim Verkauf eines NFTs entsteht in Österreich ein steuerpflichtiger Vorgang, sobald ein Gewinn realisiert wird. Der Gewinn berechnet sich aus dem Verkaufserlös abzüglich der Anschaffungskosten und der Transaktionsgebühren (sogenannte Gas Fees). Werden NFTs mit Kryptowährungen wie ETH gekauft oder verkauft, gilt jede solche Transaktion als Tauschvorgang. Damit entsteht beim Kauf eines NFTs mit ETH bereits ein steuerpflichtiger Vorgang, weil die ETH zu diesem Zeitpunkt als veräußert gilt. Der Gewinn aus der ETH-Position ist mit 27,5 Prozent KESt zu versteuern. Beim Minting, also der Erstellung eines eigenen NFTs, entsteht zunächst kein steuerpflichtiges Ereignis, wenn der Mint als privater Vorgang gilt. Sobald der selbst erstellte NFT jedoch verkauft wird, liegt ein Veräußerungsvorgang vor. Die Anschaffungskosten betragen in diesem Fall die beim Mint angefallenen Gas Fees. Werden NFTs gewerblich erstellt und verkauft, etwa als Künstler oder Entwickler, sind die Einnahmen als Betriebseinnahmen zu erfassen und unterliegen der Einkommensteuer sowie gegebenenfalls der Umsatzsteuer. Die Abgrenzung zwischen privater und gewerblicher Tätigkeit ist oft komplex und hängt von Häufigkeit, Systematik und Gewinnerzielungsabsicht ab. Eine sorgfältige Aufzeichnung aller Mint-Kosten und Verkaufserlöse ist daher essenziell. Hinweis: Dieser Text stellt keine Steuerberatung dar. Für individuelle Fragen wende dich bitte an einen österreichischen Steuerberater.

§03NFT Royalties — Laufende Einnahmen korrekt versteuern

Royalties sind wiederkehrende Zahlungen, die NFT-Ersteller erhalten, sobald ihr NFT auf dem Sekundärmarkt weiterverkauft wird. In Österreich sind diese Einnahmen nicht unter die KESt-Regelung für Kryptowährungen einzuordnen, sondern gelten in der Regel als sonstige Einkünfte oder als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit beziehungsweise Gewerbebetrieb. Das bedeutet: Royalties werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, der je nach Einkommenshöhe bis zu 55 Prozent betragen kann. Die Einnahmen müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden, unabhängig davon, ob sie in Kryptowährung oder in Euro ausgezahlt werden. Werden Royalties in Kryptowährung empfangen, ist der Wert in Euro zum Zeitpunkt des Zuflusses maßgeblich. Dieser Wert ist gleichzeitig die Anschaffungskosten der erhaltenen Kryptowährung für spätere Veräußerungsgewinne. Wer als Künstler oder Entwickler regelmäßig Royalties erhält, sollte prüfen, ob eine Gewerbeanmeldung oder eine Tätigkeit als Freiberufler vorliegt. Auch Fragen zur Umsatzsteuer können relevant werden, insbesondere wenn die Kleinunternehmergrenze von derzeit 35.000 Euro überschritten wird. Die lückenlose Dokumentation aller Royalty-Zahlungen inklusive Zeitstempel, Betrag in Krypto und dem jeweiligen Euro-Kurs ist für das Finanzamt verpflichtend. Hinweis: Dieser Text stellt keine Steuerberatung dar. Für individuelle Fragen wende dich bitte an einen österreichischen Steuerberater.

Häufige Fragen
  • Ja, Gewinne aus dem Verkauf von NFTs sind in Österreich steuerpflichtig. Bei privaten Anlegern gilt die Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent. Eine steuerfreie Haltefrist existiert seit der Ökosozialen Steuerreform 2022 nicht mehr. Die Gewinne sind in der Steuererklärung anzugeben oder werden im Rahmen des KESt-Abzugs verrechnet, sofern eine österreichische Plattform genutzt wird.
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