Bybit vs Binance: Welcher Broker passt für Österreich?
Bybit oder Binance? Detaillierter Vergleich: Gebühren, Regulierung, Steuern für österreichische Trader.
- Mindesteinlage
- €1
- Kein Minimum
- Regulierung
- VASP Cyprus
- CySEC
- Gegründet
- 2018
- 2017
- Gesamtbewertung
- 4.1/5
- 4.3/5
- Verfügbar in
- AT, DE, CH
- AT, DE, CH
Bybit vs. Binance: Überblick für österreichische Trader 2026
Bybit und Binance zählen zu den weltweit größten Kryptowährungsbörsen und sind auch bei österreichischen Nutzern weit verbreitet. Binance wurde 2017 gegründet und ist nach Handelsvolumen die größte Kryptobörse der Welt. Bybit, gegründet 2018, hat sich besonders im Derivate- und Futures-Handel einen Namen gemacht. Beide Plattformen bieten Spot-Handel, Futures, Staking und weitere Produkte an. Für österreichische Trader ist relevant, dass weder Bybit noch Binance eine Zulassung der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA besitzen. Binance verfügt über eine Registrierung als Virtual Asset Service Provider in einigen EU-Staaten, operiert aber in einer regulatorischen Grauzone in Österreich. Bybit hat seinen Hauptsitz auf den Seychellen und ist ebenfalls nicht direkt von der FMA reguliert. Beide Anbieter unterstützen SEPA-Überweisungen sowie Kreditkartenzahlungen, was die Ein- und Auszahlung für Nutzer aus dem DACH-Raum erleichtert. Die Plattformen sind auf Deutsch verfügbar, wobei Binance hier die umfangreichere Lokalisierung bietet. Insgesamt sind beide Börsen funktional vergleichbar, unterscheiden sich jedoch in Detailbereichen wie Gebührenstruktur, Produkttiefe und Kundenservice erheblich.
§02Gebühren im Vergleich: Bybit vs. Binance
Bei den Handelsgebühren liegen beide Börsen im Wettbewerb nah beieinander, es gibt jedoch relevante Unterschiede. Binance erhebt im Spot-Handel standardmäßig 0,10 Prozent pro Trade für Maker und Taker. Durch den Einsatz des plattformeigenen Tokens BNB reduziert sich diese Gebühr auf 0,075 Prozent. Mit steigendem Handelsvolumen sinken die Gebühren stufenweise. Bybit berechnet im Spot-Handel 0,10 Prozent für Taker und 0,10 Prozent für Maker, bietet jedoch ebenfalls ein VIP-Programm mit reduzierten Konditionen ab bestimmten Handelsvolumina. Im Futures-Handel ist Bybit traditionell kompetitiver: Maker-Gebühren liegen bei 0,02 Prozent, Taker-Gebühren bei 0,055 Prozent. Binance Futures berechnet 0,02 Prozent für Maker und 0,05 Prozent für Taker. Bei Einzahlungen per SEPA-Überweisung fallen bei beiden Anbietern in der Regel keine Gebühren an. Auszahlungsgebühren variieren je nach Netzwerk und Kryptowährung. Zu beachten sind auch versteckte Kosten wie Spread-Aufschläge beim Kauf über die 'Schnellkauf'-Funktion sowie Finanzierungsraten bei gehaltenen Futures-Positionen über Nacht. Österreichische Trader sollten alle anfallenden Gebühren genau dokumentieren, da diese steuerlich als Werbungskosten relevant sein können.
§03Für wen ist welcher Broker besser geeignet?
Die Wahl zwischen Bybit und Binance hängt stark vom individuellen Nutzerprofil ab. Binance eignet sich besonders für Einsteiger und Nutzer, die eine breite Produktpalette auf einer einzigen Plattform suchen. Das Angebot umfasst neben dem Spot- und Futures-Handel auch P2P-Handel, NFT-Marktplatz, eigene Blockchain-Projekte und ein umfangreiches Earn-Programm. Der Kundensupport ist auf Deutsch verfügbar, und die Lernressourcen für Anfänger sind gut ausgebaut. Bybit hingegen richtet sich stärker an fortgeschrittene und professionelle Trader. Die Handelsplattform gilt als schnell und stabil, was besonders bei volatilen Marktphasen ein Vorteil ist. Das Derivate-Angebot ist tief und vielschichtig, mit zahlreichen Ordertypen und Analysetools. Für Copy-Trading-Nutzer bietet Bybit eine ausgereifte Lösung, während Binance in diesem Bereich aufgeholt hat. Für österreichische Langzeitanleger, die primär Bitcoin oder Ethereum kaufen und halten möchten, sind die Unterschiede zwischen den Plattformen weniger entscheidend. Aktive Daytrader profitieren von Bybits niedrigeren Futures-Gebühren und der stabilen Infrastruktur. Wer Wert auf ein breites Ökosystem und maximale Liquidität legt, ist bei Binance besser aufgehoben.
§04Steuerliche Hinweise für österreichische Trader (AT-spezifisch)
In Österreich unterliegen Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen seit der Steuerreform 2022 der Kapitalertragsteuer (KESt) in Höhe von 27,5 Prozent. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) behandelt Kryptowährungen steuerrechtlich als Kapitalvermögen. Diese Regelung gilt für Gewinne aus dem Verkauf sowie aus dem Tausch von Kryptowährungen untereinander. Staking-Erträge und Zinserträge aus Lending-Produkten sind ebenfalls steuerpflichtig. Wichtig: Weder Bybit noch Binance führen in Österreich automatisch KeSt ab, da es sich um ausländische Plattformen ohne österreichische Niederlassung handelt. Österreichische Nutzer sind daher verpflichtet, Gewinne selbst in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Das BMF hat klargestellt, dass auch der Tausch zwischen zwei Kryptowährungen ein steuerpflichtiger Vorgang ist. Verluste aus dem Kryptohandel können seit 2022 mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden, nicht jedoch mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Es wird empfohlen, alle Transaktionen lückenlos zu dokumentieren. Spezialisierte Steuer-Tracking-Tools wie CoinTracking oder Blockpit können dabei helfen, die Steuerlast korrekt zu berechnen. Bei Unsicherheiten sollte ein auf Kryptosteuern spezialisierter österreichischer Steuerberater konsultiert werden.
- Beide Plattformen sind in Österreich grundsätzlich nutzbar, da es kein explizites Nutzungsverbot gibt. Allerdings sind weder Bybit noch Binance von der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA zugelassen oder reguliert. Nutzer handeln auf eigenes Risiko und sollten sich über die fehlende Einlagensicherung im Klaren sein, die bei regulierten Banken oder Wertpapierfirmen besteht.