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Broker-Vergleich · AT

Bitpanda vs ING: Welcher Broker ist besser für Österreich?

Bitpanda oder ING? Detaillierter Vergleich für österreichische Trader: Gebühren, Regulierung, Steuern. Jetzt vergleichen.

Stand 07. Mai 2026Autor Paul PfeifferLesezeit ~7 min
KennzahlBitpandaING
Mindesteinlage
€1
Kein Minimum
Regulierung
FMA Österreich
FMA + BaFin
Gegründet
2014
1999
Gesamtbewertung
4.4/5
3.7/5
Verfügbar in
AT, DE, CH
AT, DE

Überblick: Bitpanda vs. ING für österreichische Anleger 2026

Bitpanda und ING sind zwei der bekanntesten Anlaufstellen für österreichische Privatanleger, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrem Angebot. Bitpanda wurde 2014 in Wien gegründet und ist von der FMA als reguliertes Unternehmen zugelassen. Die Plattform spezialisiert sich auf Kryptowährungen, Aktien-Bruchteile, ETFs, Edelmetalle und Rohstoffe. ING hingegen ist eine etablierte Direktbank mit niederländischen Wurzeln, die in Österreich ein klassisches Wertpapierdepot mit Fokus auf Aktien, ETFs, Anleihen und Fonds anbietet. Kryptowährungen sind bei ING nicht handelbar. Für Anleger, die ein breites Portfolio aus traditionellen und digitalen Assets aufbauen möchten, sind beide Anbieter demnach unterschiedlich geeignet. Bitpanda richtet sich eher an technikaffine, jüngere Nutzer, während ING ein vertrautes Bankumfeld bietet. Beide Plattformen sind für österreichische Steuerpflichtige relevant, da sie im Inland reguliert sind oder österreichische Steuerregelungen direkt anwenden. Die Benutzeroberflächen beider Anbieter gelten als übersichtlich, wobei Bitpanda stark auf die mobile Nutzung ausgerichtet ist. ING bietet zusätzlich klassische Bankdienstleistungen wie Girokonto und Tagesgeld an, was Bitpanda nicht abdeckt.

§02Gebühren im Vergleich: Bitpanda vs. ING

Bei den Kosten zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen beiden Anbietern. Bitpanda erhebt beim Kauf und Verkauf von Kryptowährungen einen Spread, der je nach Asset zwischen 1,49 und 2,99 Prozent liegen kann. Für Aktien und ETFs über Bitpanda Stocks gelten gesonderte Spreads, die im Vergleich zu klassischen Brokern höher ausfallen können. Ein kostenpflichtiges Abo-Modell namens Bitpanda Premium existiert und reduziert Gebühren für Vielnutzer. ING Österreich bietet Wertpapierhandel ohne klassische Depotgebühren an, verrechnet jedoch Ordergebühren, die je nach Handelsplatz und Ordervolumen variieren. Typisch sind Gebühren ab etwa 3,90 Euro pro Order zuzüglich eines prozentualen Anteils. ETF-Sparpläne können bei ING zu reduzierten Konditionen ausgeführt werden. Ein direkter Kostenvergleich hängt stark vom Nutzungsverhalten ab: Wer kleine Beträge investiert und Kryptos handelt, zahlt bei Bitpanda verhältnismäßig mehr. Wer klassische Wertpapiere in höheren Volumina handelt, fährt mit ING oft günstiger. Für Sparplan-Anleger sind beide Plattformen grundsätzlich kosteneffizient, sofern die richtigen Produkte gewählt werden.

§03Für wen ist welcher Broker besser geeignet

Die Wahl zwischen Bitpanda und ING hängt vom individuellen Anlageziel ab. Bitpanda empfiehlt sich für Anleger, die Zugang zu Kryptowährungen, Edelmetallen und Aktien-Bruchteilen in einer einzigen App suchen. Die Plattform eignet sich besonders für Einsteiger, die mit kleinen Beträgen beginnen möchten, da keine Mindestanlagesummen für viele Produkte gelten. Auch automatisierte Sparpläne auf Kryptos und ETFs sind ein Alleinstellungsmerkmal. ING Österreich ist die bessere Wahl für Anleger, die ein klassisches Wertpapierdepot mit breitem Zugang zu internationalen Börsen, Anleihen und Fonds bevorzugen. Die Direktbank bietet außerdem ein Girokonto und weitere Bankprodukte, was eine Konsolidierung der Finanzen an einem Ort ermöglicht. Für erfahrene Anleger, die direkten Zugang zu Xetra, Wiener Börse oder internationalen Märkten benötigen, ist ING strukturell besser aufgestellt. Bitpanda eignet sich weniger für aktive Trader, da keine professionellen Charting-Tools oder direkter Börsenhandel im klassischen Sinne angeboten werden. Wer beides benötigt, Kryptos und traditionelle Wertpapiere, kann theoretisch beide Plattformen parallel nutzen.

§04AT-spezifische Steuerhinweise für österreichische Anleger

In Österreich unterliegen Kapitalerträge der Kapitalertragsteuer, kurz KESt, in Höhe von 27,5 Prozent. Für Zinserträge auf Bankguthaben gilt ein reduzierter KESt-Satz von 25 Prozent. ING Österreich fungiert als inländischer Abzugsverpflichteter und führt die KESt automatisch ans Finanzamt ab. Anleger müssen diese Erträge in der Regel nicht gesondert in der Steuererklärung angeben, sofern alle Einkünfte über die Bank abgewickelt wurden. Bitpanda agiert ebenfalls als inländischer Steuerabzugsverpflichteter für Wertpapierprodukte und ETFs. Bei Kryptowährungen hat sich die Rechtslage in Österreich seit der Öko-Steuerreform 2022 grundlegend geändert: Kryptogewinne unterliegen seither ebenfalls der KESt von 27,5 Prozent, und Bitpanda führt diesen Steuerabzug für österreichische Nutzer automatisch durch. Das BMF hat in seinen Richtlinien klargestellt, dass auch Tauschvorgänge zwischen Kryptowährungen steuerpflichtig sein können. Anleger sollten dennoch eigene Aufzeichnungen führen und bei komplexen Portfolios, insbesondere bei Nutzung externer Wallets oder mehrerer Plattformen, steuerlichen Rat einholen. Verlustausgleiche zwischen Wertpapieren und Kryptos sind eingeschränkt möglich und sollten mit einem Steuerberater abgestimmt werden.

Häufige Fragen
  • Ja, es gibt keine gesetzliche Einschränkung, die österreichische Anleger daran hindert, bei mehreren Brokern gleichzeitig Konten zu führen. Viele Nutzer kombinieren ING für klassische Wertpapiere mit Bitpanda für Kryptowährungen und Edelmetalle. Zu beachten ist, dass bei mehreren Depots die Verlustausgleichsverrechnung nicht automatisch depot-übergreifend erfolgt und gegebenenfalls manuell in der Steuererklärung geltend gemacht werden muss.
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