Bitpanda vs Trade Republic: Welcher Broker passt für Deutschland?
Bitpanda oder Trade Republic? Detaillierter Vergleich: Gebühren, Regulierung, Steuern für deutsche Trader.
- Mindesteinlage
- €1
- €10
- Regulierung
- FMA Österreich
- BaFin + CySEC
- Gegründet
- 2014
- 2019
- Gesamtbewertung
- 4.4/5
- 4.5/5
- Verfügbar in
- AT, DE, CH
- AT, DE, CH
Bitpanda vs. Trade Republic 2026: Überblick
Bitpanda und Trade Republic gehören zu den meistgenutzten Broker-Plattformen unter deutschen Privatanlegern. Beide Anbieter richten sich an Einsteiger und erfahrene Trader, unterscheiden sich jedoch in ihrem Produktangebot erheblich. Trade Republic ist ein in Berlin ansässiger Neobroker mit BaFin-Regulierung und Fokus auf Aktien, ETFs, Derivate und seit 2023 auch Kryptowährungen. Bitpanda hingegen ist ein österreichisches Fintech-Unternehmen, das ursprünglich als Krypto-Plattform startete und sein Angebot um Aktien, ETFs, Rohstoffe und Metalle erweitert hat. Bitpanda besitzt eine Lizenz der österreichischen FMA, die innerhalb des EWR anerkannt wird und damit auch für deutsche Nutzer Gültigkeit hat. Beide Plattformen verfügen über benutzerfreundliche Apps und ermöglichen Sparpläne ab kleinen Beträgen. Für deutsche Anleger ist entscheidend, dass beide Broker die Abgeltungssteuer automatisch abführen, was die Steuererklärung vereinfacht. Im direkten Vergleich eignet sich Trade Republic eher für klassische Wertpapierinvestments, während Bitpanda besonders für Nutzer interessant ist, die neben Aktien auch intensiv in Kryptowährungen investieren möchten.
§02Gebühren im Vergleich: Bitpanda vs. Trade Republic
Bei den Kosten zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen beiden Anbietern. Trade Republic erhebt seit 2023 eine pauschale Transaktionsgebühr von einem Euro pro Orderausführung für Aktien und ETFs. Kryptowährungen werden über einen im Spread enthaltenen Aufschlag abgerechnet, der je nach Asset variiert. Sparplan-Ausführungen sind bei Trade Republic kostenlos, was den Broker für langfristige Anleger attraktiv macht. Bitpanda arbeitet ebenfalls mit einem Spread-Modell. Für Aktien und ETFs berechnet Bitpanda einen Spread sowie je nach Handelsvolumen und Kontomodell zusätzliche Gebühren. Krypto-Transaktionen kosten bei Bitpanda in der Regel 1,49 Prozent des Ordervolumens, können aber durch das Bitpanda-Ecosystem-Token (BEST) reduziert werden. Wer das Bitpanda-Premium-Abo nutzt, profitiert von reduzierten Spreads. Ein direkter Kostenvergleich hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab: Vieltrader zahlen bei Trade Republic durch die Pauschale von einem Euro oft weniger, während Gelegenheitskäufer bei kleinen Krypto-Beträgen bei Bitpanda günstiger fahren können. Kostenlos-Sparpläne bieten mittlerweile beide Anbieter an.
§03Für wen ist welcher Broker besser geeignet?
Die Wahl zwischen Bitpanda und Trade Republic hängt maßgeblich von den persönlichen Anlagezielen ab. Trade Republic empfiehlt sich für Anleger, die primär in Aktien, ETFs und Anleihen investieren und dabei von einer günstigen Pauschalgebühr profitieren möchten. Das breite Wertpapierangebot mit über 8.000 Aktien und mehr als 2.000 ETFs sowie die Möglichkeit, verzinste Guthaben zu parken, machen Trade Republic zu einer vollwertigen Broker-Lösung für langfristig orientierte Anleger. Wer zudem Derivate und Optionsscheine handeln möchte, ist bei Trade Republic besser aufgehoben. Bitpanda eignet sich besonders für Nutzer, die Kryptowährungen als zentralen Bestandteil ihres Portfolios sehen. Das Angebot umfasst weit über 400 digitale Assets sowie Krypto-Indizes. Darüber hinaus können Nutzer bei Bitpanda in Edelmetalle wie Gold und Silber sowie in Rohstoffe investieren, was eine breitere Diversifikation ermöglicht. Für Nutzer, die ein einziges Konto für Aktien, Krypto, Metalle und Rohstoffe suchen, bietet Bitpanda eine zentralisierte Lösung. Wer hingegen klassisches Wertpapier-Investing priorisiert und niedrige Kosten bevorzugt, ist bei Trade Republic besser positioniert.
§04Steuerliche Besonderheiten für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger sind steuerliche Aspekte bei der Broker-Wahl besonders relevant. Trade Republic ist ein in Deutschland regulierter Broker und führt als inländisches Kreditinstitut die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch ans Finanzamt ab. Anleger können ihren Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Stand 2026, Einzelperson) direkt als Freistellungsauftrag bei Trade Republic hinterlegen. Bitpanda hingegen ist ein österreichischer Anbieter. Das bedeutet, dass Bitpanda keine automatische Abgeltungssteuer für deutsche Nutzer einbehält. Gewinne aus Aktien, ETFs und Kryptowährungen müssen von deutschen Nutzern eigenständig in der Steuererklärung angegeben werden, konkret in der Anlage KAP und bei Krypto gegebenenfalls in der Anlage SO. Krypto-Gewinne unterliegen bei einer Haltefrist unter einem Jahr der persönlichen Einkommensteuer, bei Überschreitung der Freigrenze von 1.000 Euro. Wer die steuerliche Abwicklung möglichst einfach halten möchte, hat mit Trade Republic einen strukturellen Vorteil. Bitpanda stellt zwar Steuerreports bereit, die manuelle Erfassung bleibt jedoch erforderlich. Eine Beratung durch einen Steuerberater ist in beiden Fällen empfehlenswert.
- Beide Anbieter sind reguliert. Trade Republic unterliegt der deutschen BaFin-Aufsicht und ist als Wertpapierhandelsbank zugelassen. Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Bitpanda ist durch die österreichische FMA reguliert, die im gesamten EWR anerkannt wird. Wertpapiere bei Bitpanda gelten als Sondervermögen und sind im Insolvenzfall geschützt. Krypto-Assets unterliegen bei beiden Anbietern keiner staatlichen Einlagensicherung.