Trade Republic vs Scalable Capital: Welcher Broker passt für Deutschland?
Trade Republic oder Scalable Capital? Detaillierter Vergleich: Gebühren, Regulierung, Steuern für deutsche Trader.
- Mindesteinlage
- €10
- Kein Minimum
- Regulierung
- BaFin + CySEC
- BaFin
- Gegründet
- 2019
- 2014
- Gesamtbewertung
- 4.5/5
- 4.3/5
- Verfügbar in
- AT, DE, CH
- AT, DE
Trade Republic vs. Scalable Capital: Überblick 2026
Trade Republic und Scalable Capital zählen zu den bekanntesten Neobrokern in Deutschland und richten sich beide an kostenbewusste Privatanleger. Beide Anbieter sind bei der BaFin reguliert und bieten Zugang zu Aktien, ETFs und Derivaten über benutzerfreundliche Apps. Trade Republic wurde 2015 in Berlin gegründet und hat sich als reiner Mobile-Broker mit schlanker Oberfläche etabliert. Das Unternehmen verwahrt Kundengelder über die eigene Banklizenz, die seit 2023 aktiv ist, und bietet zusätzlich ein Tagesgeldkonto mit wettbewerbsfähigen Zinsen an. Scalable Capital aus München startete zunächst als Robo-Advisor und erweiterte das Angebot um einen vollwertigen Broker. Heute bietet Scalable Capital sowohl eine kostenlose Basis-Variante als auch kostenpflichtige Premium-Modelle an. Beide Plattformen richten sich primär an langfristig orientierte Anleger, unterscheiden sich jedoch deutlich in Handelsmodell, Kostenstruktur und Funktionsumfang. Wer zwischen beiden wählen möchte, sollte vor allem Handelsfrequenz, Produktpalette und persönliche Präferenzen berücksichtigen. Dieser Vergleich liefert eine sachliche Grundlage für die Entscheidung.
§02Gebühren im Vergleich: Trade Republic vs. Scalable Capital 2026
Bei Trade Republic fällt pro Kauf- oder Verkaufsorder eine pauschale Fremdkostenpauschale von 1 Euro an. ETF-Sparpläne sind kostenlos ausführbar, ebenso wie Wertpapiertransfers. Das Tagesgeldangebot verzinst sich im Rahmen der aktuellen EZB-Zinspolitik. Es gibt kein monatliches Kontoführungsentgelt. Scalable Capital bietet drei Modelle an: Das Free-Broker-Modell erhebt 0,99 Euro pro Order, sofern diese nicht über bestimmte Partner oder Sparpläne läuft. Das Prime-Broker-Abonnement kostet monatlich 4,99 Euro und ermöglicht unlimitierte Trades ohne Ordergebühr. Das Prime-Plus-Modell enthält zusätzlich ein attraktives Zinsniveau auf Cashbestände. Für aktive Trader mit hoher Handelsfrequenz kann das Flatrate-Modell von Scalable Capital günstiger sein. Für Gelegenheitsanleger mit wenigen Trades pro Monat ist Trade Republic in der Regel kosteneffizienter. Beide Broker nutzen den Handelsplatz Gettex sowie XETRA-ähnliche Ausführungen, wobei Spreads je nach Marktlage variieren können. Versteckte Kosten durch Währungsumrechnung bei Nicht-Euro-Titeln sind bei beiden Anbietern zu berücksichtigen und sollten vor dem Handel geprüft werden.
§03Für wen ist welcher Broker besser geeignet?
Trade Republic eignet sich besonders für Einsteiger und Langzeitanleger, die einen einfachen Einstieg in Aktien- und ETF-Sparpläne suchen. Die App ist intuitiv gestaltet und reduziert die Komplexität auf das Wesentliche. Wer monatlich einen festen Betrag automatisch investieren möchte, profitiert von der kostenlosen Sparplanausführung und der integrierten Bankfunktion. Auch die Verzinsung des Verrechnungskontos macht Trade Republic für passive Anleger interessant. Scalable Capital spricht eher erfahrenere Anleger an, die mehr Wert auf Analysetools, eine breitere Produktpalette und flexible Handelsoptionen legen. Das Prime-Modell lohnt sich ab einer gewissen Anzahl an monatlichen Transaktionen. Scalable Capital bietet zudem einen integrierten Robo-Advisor, der automatisierte Portfolio-Verwaltung auf Basis individueller Risikoklassen ermöglicht. Wer Krypto-Direktinvestments sucht, findet bei Trade Republic ein natives Angebot, während Scalable Capital in diesem Bereich eingeschränkter ist. Berufstätige ohne viel Zeit für Marktbeobachtung profitieren bei Scalable Capital vom Managed-Portfolio-Ansatz. Beide Broker sind keine geeignete Plattform für professionelle Daytrader, die Direktmarktzugang oder Level-2-Daten benötigen.
§04Steuerliche Hinweise für deutsche Anleger
Beide Broker unterliegen deutschem Recht und führen die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt ab. Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Ehepaare) bleiben steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag hinterlegt wurde. Dieser kann direkt in der jeweiligen App eingerichtet werden. Trade Republic führt seit Erhalt der Banklizenz eine vollständige steuerliche Abrechnung durch und stellt eine Jahressteuerbescheinigung aus. Scalable Capital stellt ebenfalls eine Jahressteuerbescheinigung bereit, die für die Steuererklärung verwendet werden kann. Bei einem Brokerwechsel oder Depotübertrag ist zu beachten, dass Anschaffungskosten korrekt übermittelt werden müssen, um Fehler bei der Steuerberechnung zu vermeiden. Verluste aus Aktiengeschäften dürfen in Deutschland nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden, nicht mit anderen Kapitalerträgen. Bei ETFs gelten die Vorabpauschale-Regelungen nach dem Investmentsteuergesetz. Anleger sollten prüfen, ob die Vorabpauschale im Januar korrekt verarbeitet wurde, da beide Broker das Verrechnungskonto hierfür belasten.
- Beide Broker sind in Deutschland reguliert und der BaFin unterstellt. Kundeneinlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Wertpapiere im Depot gelten als Sondervermögen und sind im Insolvenzfall des Brokers nicht Teil der Insolvenzmasse. Trade Republic verfügt über eine eigene Banklizenz, Scalable Capital kooperiert mit der Baader Bank als Depotbank.