justTRADE vs Trade Republic: Welcher Broker passt für Deutschland?
justTRADE oder Trade Republic? Detaillierter Vergleich: Gebühren, Regulierung, Steuern für deutsche Trader.
- Mindesteinlage
- Kein Minimum
- €10
- Regulierung
- BaFin
- BaFin + CySEC
- Gegründet
- 2019
- 2019
- Gesamtbewertung
- 3.8/5
- 4.5/5
- Verfügbar in
- AT, DE
- AT, DE, CH
Überblick: justTRADE vs. Trade Republic 2026
justTRADE und Trade Republic gehören zu den bekanntesten Neobrokern auf dem deutschen Markt. Beide Plattformen richten sich an kostenbewusste Privatanleger und bieten den Handel über Smartphone-Apps sowie Weboberflächen an. Trade Republic wurde 2019 gegründet und hat sich mit über acht Millionen Kunden in Europa zur größten Neobroker-Plattform entwickelt. Das Unternehmen verfügt seit 2023 über eine eigene Banklizenz der Deutschen Bundesbank und unterliegt der BaFin-Aufsicht. justTRADE ist ein Angebot der sino AG und der biw Bank und ebenfalls BaFin-reguliert. Beide Broker ermöglichen den Kauf von Aktien, ETFs, Fonds und Derivaten. Trade Republic bietet zusätzlich ein Tagesgeldkonto sowie Krypto-Handel an. justTRADE punktet mit einem breiten Derivate-Angebot von Anbietern wie HSBC, Morgan Stanley und Société Générale. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Handelsinfrastruktur: Trade Republic leitet Orders primär über die LS Exchange ab, während justTRADE mehrere Handelsplätze nutzt. Für Einsteiger und langfristige ETF-Sparer ist Trade Republic besonders zugänglich, während justTRADE eher aktive Trader mit Interesse an Hebelprodukten anspricht.
§02Gebühren im Vergleich: Kosten für deutsche Trader
Beim Thema Kosten unterscheiden sich beide Broker deutlich in ihrer Struktur. Trade Republic erhebt eine pauschale Ordergebühr von einem Euro pro Trade, unabhängig vom Handelsvolumen. ETF-Sparpläne sind kostenlos ausführbar, ebenso wie Wertpapier-Sparpläne auf Aktien und Kryptowährungen. Das Zinsguthaben auf dem Verrechnungskonto richtet sich nach dem EZB-Leitzins. justTRADE wirbt mit komplett provisionsfreiem Handel, also null Euro Ordergebühr für Aktien, ETFs und Derivate. Finanziert wird dieses Modell über Handelsplatzentgelte und Zuwendungen von Market Makern, sogenannte Payment for Order Flow-Modelle, die in der EU ab 2026 durch MiFIR-Regelungen stärker eingeschränkt werden. Beide Broker haben keine Depotführungsgebühren. Versteckte Kosten entstehen jedoch durch den Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei illiquiden Derivaten oder außerbörslichem Handel können diese Spannen höher ausfallen. Für Sparpläne unter 100 Euro monatlich ist Trade Republic durch die fixe Ein-Euro-Gebühr verhältnismäßig teurer als justTRADE. Bei größeren Beträgen kehrt sich dieses Verhältnis um, da justTRADE keine volumenabhängigen Gebühren kennt.
§03Für wen ist welcher Broker besser geeignet?
Die Wahl zwischen justTRADE und Trade Republic hängt stark vom individuellen Nutzerprofil ab. Trade Republic eignet sich besonders für Einsteiger und passive Investoren, die einen einfachen ETF-Sparplan aufbauen möchten. Die App ist intuitiv gestaltet, der Onboarding-Prozess dauert in der Regel unter zehn Minuten. Die integrierte Banking-Funktion mit Zinsguthaben macht Trade Republic für Nutzer attraktiv, die Verrechnungsgelder nicht ungenutzt lassen wollen. justTRADE richtet sich stärker an erfahrene Trader, die aktiv mit Derivaten handeln. Das breite Angebot an Optionsscheinen, Zertifikaten und Knock-out-Produkten übertrifft das von Trade Republic deutlich. Wer mehrere Hundert Derivate-Trades monatlich tätigt und dabei keine Ordergebühren zahlen möchte, findet bei justTRADE bessere Konditionen. Für langfristige Aktienanleger mit mittlerem Handelsvolumen sind beide Broker vergleichbar geeignet. Ein praktischer Vorteil von Trade Republic ist die Möglichkeit, Bruchteile von Aktien zu kaufen, was bei justTRADE nicht in gleichem Umfang verfügbar ist. Wer Kryptowährungen direkt über den Broker handeln möchte, ist bei Trade Republic besser aufgestellt.
§04Steuerliche Hinweise für deutsche Anleger
Beide Broker sind in Deutschland reguliert und führen die Abgeltungssteuer automatisch ans Finanzamt ab. Kapitalerträge werden mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Der Sparerpauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 Euro für Einzelpersonen und 2.000 Euro für Verheiratete. Freistellungsaufträge können bei beiden Brokern direkt in der App oder im Webportal eingerichtet werden. Wichtig: Bei justTRADE und Trade Republic wird die Steuer auf realisierte Gewinne unterjährig einbehalten. Verluste innerhalb desselben Depots werden automatisch verrechnet. Verluste aus Aktiengeschäften dürfen laut deutschem Steuerrecht jedoch nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden, nicht mit anderen Kapitalerträgen. Bei Depotübertrag auf eine andere Bank oder einen anderen Broker sollte die korrekte Übermittlung der Anschaffungskosten beachtet werden, da sonst pauschal 30 Prozent des Verkaufserlöses versteuert werden könnten. Für Derivatehändler bei justTRADE gilt seit der Steuerreform 2021, dass Verluste aus Termingeschäften nur noch mit 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechenbar sind. Diese Verlustverrechnungsbeschränkung betrifft aktive Derivatehändler erheblich und sollte vor dem Handel berücksichtigt werden.
- Ja, beide Broker unterliegen der Aufsicht der BaFin. Trade Republic verfügt über eine eigene Banklizenz und ist Mitglied der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro. justTRADE arbeitet über die biw Bank, die ebenfalls der deutschen Einlagensicherung angehört. Wertpapierdepots sind als Sondervermögen geschützt und fallen im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse.