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Broker-Vergleich · DE

eToro vs Trade Republic: Welcher Broker passt für Deutschland?

eToro oder Trade Republic? Detaillierter Vergleich: Gebühren, Regulierung, Steuern für deutsche Trader.

Stand 08. Mai 2026Autor Paul PfeifferLesezeit ~7 min
KennzahleToroTrade Republic
Mindesteinlage
€50
€10
Regulierung
CySEC + FCA
BaFin + CySEC
Gegründet
2007
2019
Gesamtbewertung
4.1/5
4.5/5
Verfügbar in
AT, DE, CH
AT, DE, CH

eToro vs. Trade Republic: Überblick für deutsche Anleger 2026

eToro und Trade Republic zählen zu den bekanntesten Online-Brokern in Deutschland, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrem Ansatz. Trade Republic ist ein deutsches Fintech-Unternehmen mit Sitz in Berlin und BaFin-Regulierung. Es richtet sich primär an langfristige Anleger, die kostengünstig in Aktien, ETFs und Derivate investieren möchten. eToro hingegen ist ein israelisch-britisches Unternehmen, das in Deutschland von der BaFin beaufsichtigt wird und seinen Fokus auf Social Trading sowie Copy Trading legt. Während Trade Republic als Depotbank fungiert und Kundengelder direkt verwahrt, arbeitet eToro mit Market-Making und CFD-Produkten. Beide Plattformen bieten mobile Apps an, die als benutzerfreundlich gelten. Trade Republic hat sich seit 2019 als Sparplan-Anbieter etabliert und bietet mittlerweile auch ein Tagesgeldkonto an. eToro punktet mit einer großen Community-Funktion, über die Nutzer die Portfolios erfahrener Trader einsehen und automatisch nachbilden können. Für deutsche Anleger ist die Frage der Einlagensicherung und steuerlichen Behandlung besonders relevant, weshalb ein genauer Vergleich beider Anbieter sinnvoll ist.

§02Gebühren im Vergleich: eToro vs. Trade Republic

Trade Republic verlangt seit 2023 keine Ordergebühr mehr für Aktien und ETFs aus dem Direkthandel über den LS Exchange. Lediglich ein Fremdkostenpauschale von einem Euro pro Order wird erhoben. Sparpläne auf Aktien und ETFs sind komplett kostenlos ausführbar. Währungsumrechnungen bei ausländischen Aktien kosten 0,99 Prozent des Handelsvolumens. eToro arbeitet mit einem anderen Gebührenmodell: Für Aktien ohne Hebel fallen keine Kommissionen an, jedoch erhebt eToro eine Inaktivitätsgebühr von zehn US-Dollar pro Monat nach zwölf Monaten ohne Login. Zudem berechnet eToro eine Auszahlungsgebühr von fünf US-Dollar pro Abhebung. Ein wesentlicher Kostenfaktor bei eToro ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, der je nach Wertpapier variiert. Währungsumrechnungen schlagen bei eToro mit bis zu 1,5 Prozent zu Buche, da das Konto in US-Dollar geführt wird. Für CFDs und gehebelte Produkte fallen bei eToro zusätzlich Overnight-Gebühren an. Trade Republic ist für passive Anleger und Sparplan-Nutzer in der Gesamtkostenbetrachtung in der Regel günstiger.

§03Für wen ist welcher Broker besser geeignet?

Trade Republic eignet sich besonders für Anleger, die langfristig und kostenbewusst in Aktien und ETFs investieren wollen. Der Broker ist ideal für Einsteiger, die mit kleinen monatlichen Sparraten beginnen möchten, da Sparpläne ab einem Euro möglich sind. Auch das integrierte Tagesgeldkonto mit wettbewerbsfähigem Zinssatz macht Trade Republic für sicherheitsorientierte Sparer attraktiv. Die Plattform eignet sich weniger für aktive Trader oder Nutzer, die eine breite Auswahl an internationalen Handelsplätzen benötigen. eToro richtet sich stärker an Anleger, die sich für Social Trading und Copy Trading interessieren. Wer von den Strategien erfahrener Investoren profitieren möchte, ohne selbst tiefgehendes Marktwissen mitzubringen, findet bei eToro entsprechende Werkzeuge. Zudem bietet eToro Kryptowährungen direkt als Assets an, was Trade Republic zwar ebenfalls tut, jedoch mit einem anderen Fokus. Für aktive Trader, die CFDs und gehebelte Produkte handeln möchten, bietet eToro mehr Optionen. Konservative Langzeitanleger und ETF-Sparer sind bei Trade Republic tendenziell besser aufgehoben, während Community-orientierte und experimentierfreudige Anleger eToro bevorzugen könnten.

§04Steuerliche Behandlung in Deutschland: Was Anleger wissen müssen

Für deutsche Steuerpflichtige ist die steuerliche Abwicklung ein zentrales Kriterium bei der Brokerwahl. Trade Republic ist als deutsches Institut direkt der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer unterworfen. Die Steuer wird automatisch an das Finanzamt abgeführt, und Anleger können einen Freistellungsauftrag bis zu 1.000 Euro pro Person hinterlegen. Verlustverrechnungen zwischen verschiedenen Positionen übernimmt Trade Republic ebenfalls automatisch. Bei eToro ist die Situation komplizierter: Da eToro kein inländisches Kreditinstitut im Sinne des deutschen Steuerrechts ist, wird die Abgeltungssteuer nicht automatisch abgeführt. Anleger müssen ihre Gewinne selbst in der Steuererklärung unter der Anlage KAP angeben. Das erfordert eine sorgfältige Dokumentation aller Trades, Dividenden und realisierten Gewinne. eToro stellt zwar steuerliche Jahresberichte zur Verfügung, die Verantwortung für die korrekte Deklaration liegt jedoch beim Anleger. Ein Freistellungsauftrag kann bei eToro nicht gestellt werden. Für viele deutsche Nutzer bedeutet dies einen deutlichen Mehraufwand, weshalb steuerlich unerfahrene Anleger Trade Republic oft bevorzugen.

Häufige Fragen
  • Beide Anbieter unterliegen der Aufsicht durch die BaFin und sind in Deutschland reguliert. Trade Republic ist als deutsches Kreditinstitut Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und sichert Einlagen bis zu 100.000 Euro ab. Bei eToro greift die zypriotische Einlagensicherung für EU-Kunden bis zu 20.000 Euro. Wertpapiere sind bei beiden Anbietern als Sondervermögen geschützt und fallen im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse.
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