Kraken vs Binance: Welcher Broker passt für Österreich?
Kraken oder Binance? Detaillierter Vergleich: Gebühren, Regulierung, Steuern für österreichische Trader.
- Mindesteinlage
- Kein Minimum
- Kein Minimum
- Regulierung
- FinCEN + FCA
- CySEC
- Gegründet
- 2011
- 2017
- Gesamtbewertung
- 4.2/5
- 4.3/5
- Verfügbar in
- AT, DE, CH
- AT, DE, CH
Kraken vs. Binance: Überblick für österreichische Trader 2026
Kraken und Binance zählen zu den meistgenutzten Kryptobörsen weltweit, unterscheiden sich jedoch erheblich in Regulierung, Angebot und Zielgruppe. Kraken wurde 2011 in San Francisco gegründet und gilt als eine der regulierungskonformsten Börsen im europäischen Raum. Binance, gegründet 2017, ist gemessen am Handelsvolumen die größte Kryptobörse der Welt, hatte jedoch in der Vergangenheit Auseinandersetzungen mit verschiedenen Regulierungsbehörden. Für österreichische Nutzer ist relevant, dass Binance seit 2023 keine vollständige FMA-Registrierung als Krypto-Dienstleister in Österreich vorweisen konnte und zeitweise den EUR-Fiat-Service einschränkte. Kraken hingegen operiert über seine EU-Einheit Payward Europe Digital Assets SL und bietet österreichischen Kunden einen stabileren regulatorischen Rahmen. Beide Plattformen unterstützen SEPA-Überweisungen und ermöglichen den Handel mit mehreren hundert Kryptowährungen. Die Benutzeroberfläche von Binance gilt als funktionsreicher, aber komplexer, während Kraken besonders für sicherheitsbewusste Einsteiger und fortgeschrittene Trader geeignet ist. Im Jahr 2026 ist die MiCA-Regulierung der EU vollständig in Kraft, was beide Anbieter zu erhöhter Transparenz und Compliance verpflichtet.
§02Gebühren im Vergleich: Kraken vs. Binance für AT-Nutzer
Die Gebührenstruktur beider Börsen ist vielschichtig und hängt stark vom Handelsvolumen, der genutzten Oberfläche und der Zahlungsmethode ab. Kraken unterscheidet zwischen der Basis-Oberfläche und Kraken Pro. Über Kraken Pro zahlen Maker ab 0,16 Prozent und Taker ab 0,26 Prozent, wobei die Gebühren mit steigendem 30-Tage-Volumen sinken. Auf der einfachen Kraken-Oberfläche sind die Gebühren höher und liegen für Sofortkäufe bei bis zu 1,5 Prozent. Binance bietet im Spot-Handel Standardgebühren von 0,10 Prozent für Maker und Taker, die sich bei Nutzung des BNB-Tokens auf 0,075 Prozent reduzieren lassen. SEPA-Einzahlungen sind bei beiden Plattformen kostenlos. Auszahlungen in Euro per SEPA fallen bei Kraken mit 0,90 Euro an, bei Binance variieren die Gebühren je nach Methode. Für österreichische Nutzer, die regelmäßig größere Beträge handeln, kann Binance durch die niedrigeren Basisgebühren günstiger sein. Für gelegentliche Käufer ohne VIP-Status unterscheiden sich die Kosten kaum. Zu beachten sind auch Netzwerkgebühren bei Krypto-Auszahlungen, die von der jeweiligen Blockchain abhängen und nicht direkt von den Börsen kontrolliert werden.
§03Für wen ist welcher Broker besser geeignet?
Die Wahl zwischen Kraken und Binance hängt von den individuellen Anforderungen und dem Erfahrungsniveau ab. Kraken empfiehlt sich besonders für österreichische Trader, die Wert auf regulatorische Sicherheit und eine transparente Unternehmensstruktur legen. Die Plattform bietet Staking, Futures und OTC-Handel in einem übersichtlichen Umfeld. Auch für Einsteiger, die EUR-basiert einsteigen möchten, ist Kraken gut geeignet, da der SEPA-Kauf unkompliziert funktioniert. Binance richtet sich eher an erfahrene Trader, die von einem sehr breiten Altcoin-Angebot, Launchpads, komplexen Derivaten und niedrigen Spot-Gebühren profitieren wollen. Die Plattform bietet deutlich mehr Handelsinstrumente, darunter Futures mit hohem Hebel, was jedoch auch ein höheres Risiko bedeutet. Für österreichische Langzeitinvestoren mit Buy-and-Hold-Strategie und dem Fokus auf Bitcoin oder Ethereum bietet Kraken ausreichend Funktionalität bei höherer Rechtssicherheit. Wer aktiv tradet und das gesamte Altcoin-Spektrum nutzen möchte, findet bei Binance mehr Möglichkeiten. Beide Plattformen verfügen über mobile Apps und eine API für automatisierten Handel. Sicherheitstechnisch gelten beide als etabliert, wobei Kraken historisch gesehen weniger Sicherheitsvorfälle verzeichnete.
§04Steuerliche Hinweise für österreichische Nutzer (BMF, KESt)
In Österreich unterliegen Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen seit der Steuerreform 2022 der Kapitalertragsteuer in Höhe von 27,5 Prozent. Dies gilt für Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowährungen, die nach dem 28. Februar 2021 angeschafft wurden, unabhängig von der Haltedauer. Ältere Bestände, die vor diesem Datum erworben wurden, können unter Umständen steuerfrei sein. Das Bundesministerium für Finanzen hat in mehreren Informationsschreiben klargestellt, dass auch der Tausch von einer Kryptowährung in eine andere als steuerpflichtiges Ereignis gilt. Staking-Erträge werden zum Zeitpunkt des Zuflusses als Einkünfte bewertet. Verluste aus Krypto-Geschäften können mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen im gleichen Veranlagungsjahr verrechnet werden. Beide Börsen, Kraken und Binance, stellen auf Anfrage Transaktionsberichte zur Verfügung, die für die österreichische Steuererklärung genutzt werden können. Spezialisierte Tools wie Blockpit oder CoinTracking unterstützen die automatisierte Auswertung dieser Daten nach österreichischem Steuerrecht. Eine individuelle steuerliche Beratung durch einen in Österreich zugelassenen Steuerberater wird für alle aktiven Trader empfohlen, da die Rechtslage komplex ist und sich weiterentwickelt.
- Binance operiert seit der vollständigen Umsetzung der MiCA-Verordnung im EU-Rahmen und hat Schritte zur Compliance unternommen. Österreichische Nutzer können die Plattform grundsätzlich nutzen, sollten jedoch den aktuellen Registrierungsstatus bei der FMA und etwaige Einschränkungen für bestimmte Produkte wie Derivate eigenständig prüfen, da sich die regulatorische Lage laufend ändern kann.